Wasserbeschaffungs – verband Niederhausen / Naurod

Laut Mitteilung vom Hessischen Landtag vom 31.05.2010 ist Niederhausen die einzige hessische Gemeinde die anhand der Entwässerung- und der Wasserversorgungssatzung die Kosten für die politischen Gremien der Gemeinde anteilig berücksichtigt. Es darf also nicht verwundern, dass die Gemeindevertretung der Gemeinde Niederhausen mit der Mehrheit der CDU / SPD Kooperation recht großzügig mit entsprechenden Projekten Gelder verschleudert, bleiben die Mehrkosten doch am Endverbraucher hängen.

betriebsgebauude-wasserbeschaffungsverband-niedernhausen

Vor der Errichtung des neuen Betriebsgebäudes des Wasserbeschaffungsverbandes Niedernhausen / Naurod hatten die 3 Mitarbeiter 2 Bürocontainer und 2 Materialcontainer auf dem Gelände des Bauhofes zur Verfügung.

Es bestand sowohl vom Zustand der Container her auch den räumlichen Erfordernissen Handlungsbedarf.

Es hätte jedoch eine erheblich kostengünstigere Variante in Modulbauweise erfolgen können, als das letztendlich konventionell gebaute und völlig überdimensionierte Gebäude.

Da offensichtlich vor Baubeginn weder eine konkrete Bedarfsplanung vorlag noch eine entsprechende nutzungsorientierte Umsetzung erfolgte, ist die fatale Konsequenz, dass statt eines technisches Gebäudes ein Wohnhaus mit Garage gebaut wurde.

Wir wollen dem beauftragten Dipl. – Ing. nicht anlasten, dass er hier so konsequent am Bedarf vorbei geplant hat, erlauben uns jedoch die Vielzahl der Mängel aufzulisten ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  1. Die Bebauung ist zu nahe an der Grundstücksgrenze entstanden. Das führte zu der Erfordernis, einen Lagerplatz durch ein vollautomatisches Rolltor überhaupt für die Nutzung als Lagerplatz zugänglich zu machen.
  2. Dieser Lagerplatz wegen seiner ungünstigen Lage und umständlichen Bedienbarkeit faktisch nicht genutzt wird.
  3. Sowohl die Halle / Lager / Werkstatt als auch die Garage sind mit einer Wärmedämmung ausgestattet, die den Normen eine Wohnhauses genügte. Praktisch genutzt können sie doch nicht werden. Die Garage ist für den Fahrzeugbestand (Amarok) zu klein gebaut.
  4. Im Erdgeschoss befinden sich der Hausanschlussraum, das Treppenhaus, ein ungenutzter Büroraum sowie die Sanitärbereiche.
  5. Ein Teilbereich der WC – Anlagen und Umkleidekabinen ist durch eine unzweckmäßige Raumaufteilung und der erforderlichen Möblierung nicht praktikabel. Dieser ist zu eng gebaut, was einzelne Mitarbeiter nötigt den Flur zum Umkleiden zu benutzen.
  6. Im Obergeschoss befinden sich ein Treppenhaus, ein Sozialraum inkl. kompletter Kücheneinrichtung sowie das Büro für 4 Mitarbeiter, wobei im Stellenplan nur 3 Mitarbeiter vorgesehen sind.
  7. Das Dachgeschoss ist vorgesehen für Sever, Akten, Plotter und Schneidemaschine. In Folge der bereits bei Planung bekannten Digitalisierung sind sämtliche Gerätschaften völlig überflüssig und wurden auch nicht angeschafft.
  8. In einem raumhohen Serverschrank ist lediglich eine etwa schuhkartongroße Schaltstelle untergebracht.
  9. Das Dachgeschoss ist völlig überflüssig.

Zusammenfassend lässt sich feststellen ,dass die Umsetzung des Betriebsgebäudes in vollem Bewusstsein weit am tatsächlichen Bedarf vorbei völlig überdimensioniert wurde (siehe Obergeschoss und Dachgeschoss). Zudem sind die Räume im Erdgeschoss weitgehend fehlerhaft konzipiert.

Bei der Planung der Baumaßnahme wurde zudem vergessen für die zu bebauende Fläche ein Bodengutachten einzuholen was zu Mehrkosten geführt hat, Denn durch den bekanntermaßen schwierigen Baugrund (Müllkippe) konnte keine normale Gründung (Fundament – Bodenplatte) des Gebäudes erfolgen.

Es musste ein Pfahlgründung bis auf tragfähigen Boden hergestellt werden.

Die Kosten für das Gebäude , Außenanlagen und Nebenkosten belaufen sich voraussichtlich auf ca. 1.000.000.- €. Geamtbruttosumme.

Um die Effizienz des gesamten Bauvorhabens vollends ad absurdum zu führen, muss man sich vergegenwärtigen, dass dieses Gebäude für 3 Außendienst – Mitarbeiter erstellt wurde, die den größten Teil ihrer Arbeitszeit nicht in diesem Gebäude verbringen.

Man muss sich fragen, ob CDU / SPD Kooperation sich wirklich am 06. März 2016 zur Wiederwahl stellen will oder sich nicht lieber um einen Eintrag in das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler bewerben sollte.